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Fragen und
Erkundungen über mich sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ghana sind die
Grundlage für diese Abfolge meiner Gedanken und Bemerkungen. Viele wissen,
dass DARKO mein Mädchenname ist und wenn sie meinen Ehering am Finger sehen
und überall lesen, dass ich verheiratet bin, wollen sie wissen, warum ich
meinen Mädchennamen in der Schreibwelt behalten habe. Während dieses
Phänomen im Westen nicht ungewöhnlich ist, ist es das bei uns immer noch. Es
wird von einer Frau erwartet, dass sie den Namen des Ehemanns bei der
Hochzeit annimmt. Der Grund in meinem Fall ist, dass ich unter meinem
Mädchennamen als Schriftstellerin bekannt wurde, bevor ich nach dem Gesetz
meinen Ehenamen annahm. Und in der Schreibwelt kann ein etablierter Name
einen großen Unterschied machen.
Dann gibt es noch
die Frage nach meiner Stammeszugehörigkeit.
Ich bin eine Fanti. Die Fanti sind der dominante Stamm in der
„Central Region“in Ghana. In der “Central Region” befinden sich die meisten
historischen Sklavenburgen und –festungen. Ich erhielt den Namen DARKO von
meinem verstorbenen Vater. DARKO ist kein Fanti-Nachname.
Mein Vater war kein Fanti. In Ghana ist es leicht zu erkennen, an
welchem Tag ein Mensch geboren ist – das sieht man an seinem einheimischem
Namen, der gewöhnlich der erste Name ist, den er trägt. Es ist auch leicht
zu die Stammeszugehörigkeit mit recht großer Sicherheit zu bestimmen, wenn
man den Nachnamen kennt. So hebe ich manchmal meine Augenbrauen, wenn ich
Leuten, die mich als DARKO kennen, erkläre, dass ich eine Fanti bin.
In Ghana trägt ein
Kind automatisch den Namen des Vaters, sobald der Vater das Kind als das
Seinige anerkennt. Das ist eine Tradition. Daraus sollte eigentlich folgen,
dass das Kind zum Stamm des Vaters gehöre. In Ghana wird es heikel, wenn ein
Kind den Namen des Vaters trägt, aber in mütterlicher Erbfolge steht. Denn
in einer solchen Situation, wenn das Kind wie erwartet den Nachnamen des
Vaters trägt, aber in mütterlicher Erbfolge steht, dann wird es betrachtet
als vom mütterlichen Stamm kommend. Es gibt drei Szenarien: Wenn beide
Eltern aus demselben Stamm kommen, ist die Identität des Kindesstammes
schlicht und einfach. Die Kinder gehören zum Stamm der Eltern. Das erklärt,
warum viele Familien Heiraten innerhalb der Familie vorziehen.
Wenn ein Elternteil
aus einem Stammesverband mit mütterlicher Erbfolge kommt und der andere
Elternteil aus einem Verband mit väterlicher Erbfolge, kann es zu
Komplikationen kommen. Meistens gerät das Kind jedoch in den väterlichen
Stamm, wenn die Familie der Mutter zustimmt, was meist der Fall ist. Das
dritte Szenario betrifft mich. Meine Eltern kommen aus verschiedenen
Stämmen. Mein verstorbener Vater kam von den AKWAPIM und stammte aus einer
hügeligen Stadt namens ABURI in der Eastern Region. Meine verstorbene Mutter
war eine FANTI, aus SALTPOND in der Central Region. Ich trage den Nachnamen
meines Vaters, DARKO, aber ich gehöre zum Stamm meiner Mutter. Viele Leute,
die sich mit ghanaischen Nachnamen auskennen, wundern sich, warum ich einen
typischen AKWAPIM-Nachnamen habe, aber behaupte, eine FANTI zu sein. Die
Erklärung ist, dass viele FANTI-Stämme mütterliche Erbfolge haben, viele AKWAPIM-Stämme dagegen väterliche Erbfolge. Aber was soll das alles mit
mütterlicher und väterlicher Erbfolge? Wenn eine Familie die mütterliche
Erbfolge hat, beerbt das Kind die Mutter, nicht den Vater. Der Vater wird
eher von Nichten und Neffen beerbt. In einer Familie mit väterlicher
Erbfolge beerben die Kinder den Vater direkt.
Zufällig ist der
Stamm meines Vaters einer der wenigen Akwapim-Stämme mit mütterlicher
Erbfolge. So verhält es sich wie in dem ersten Szenario, in dem beide Eltern
aus demselben Stamm kommen und so dieselbe Erbfolge hatten. Meine Eltern
folgten beide der mütterlichen Erbfolge, obwohl sie aus verschiedenen
Stämmen kamen. So kam es automatisch dazu, dass ich den Namen meines Vaters
trage und gleichzeitig dem Stamm meiner Mutter angehöre.
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